Hospital Empfang

Hier werden dem wehleidigen Hypochonder die Flausen ausgetrieben. Tritt ein in die weiße Welt. Melde Dich an der Rezeption, klage Deine Schmerzen und beschreibe Dein Triebleiden.

In der Umkleide entledigst Du Dich nicht nur Deiner Kleidung, sondern auch Deines Korsetts aus Scham, Bürgerlichkeit und unterdrückten Bedürfnissen. Im Krankenhaushemd, natürlich hinten geschlitzt, wartest Du auf dem Flur, bis Du über Lautsprecher aufgefordert wirst, zu Fuß oder im Rollstuhl den entsprechenden Raum aufzusuchen. Quälend lang ist der Weg auf dem 15 m langen Flur.

Wer könnte Dir begegnen? Geile, sündig junge Pflegerinnen? Die korpulente, strenge, alte Nachtschwester? Eine Krankenschwester mit Injektionsspritze? Die Wölbung Deines Hemdchens weist darauf hin, dass Deine Fantasien Dir bereits vorausgeeilt sind, bis Du vor dem Röntgenraum, dem Urologielabor, dem OP, der Notaufnahme oder einem der anderen Räume stehst.

Was erwartet Dich: Allerlei angst- und respekteinflößendes Instrumentarium, wie Spritzen, Blasenkathetern, Zangen, Skalpellen sowie Infusionen, Einläufen, Bandagen aus Gips und Mull, etc.