Prangerstätte

Trommelwirbel. Du kriechst aus Deinem vergitterten Bodengefängnis unter der Prangerstätte. Mit Fußtritten wirst Du drei Stufen hinauf befördert. Knie nieder und beuge Dein unwürdiges, schandhaftes Haupt. Vor Dir steht sie, die Richterin Deiner lüsternen Untaten. Schwarze hohe Stiefel zieren ihre endlos langen Beine. Der Schlitz in ihrem Umhang lässt die Kurven ihrer Weiblichkeit erkennen. Doch davon wirst Du nichts haben, Du Unglückswurm. Keine Gnade ist in ihren kalten Augen zu sehen. Erbarmungslos wird sie Dich abstrafen. Mit einem sadistischen Lächeln auf ihren glänzendroten Lippen. Das Urteil wird verkündet. Dein Urteil. Laut und für alle hörbar wird es hinausposaunt. Für alle Ohren hörbar:

Wegen Unzucht verurteilt zu 50 Peitschenhieben. Dann ausgestellt zur Belustigung aller Vorbeikommenden. Ihrem höhnischen Gelächter ausgesetzt. Angespuckt und gedemütigt. Bestückt mit Brustwarzenklammern, Maulknebel und Eisenfesseln an den Füssen. So wirst Du dastehen. Auf der Prangerstätte. Umringt von Schaulustigen. Nackt und wehrlos. Zitternd und frierend und um Gnade flehend. Dein Blick gerichtet auf kaltes Felsgestein, das kalt und abweisend zurückstarrt.